EC der Landesmeister - weitere Begegnungen hier:

 1.Runde  1988/89

werder bremen logo Sport-Verein Werder von 1899 e.V. Bremen
(ein Werder ist ein zwischen Flüssen gelegenes Gebiet)
4.2.1899 gegründet als FV Werder Bremen, nach Fusionen und einigen Umbenennungen ab Februar 1946 als SV Werder Bremen

 
Farben: Grün-Weiss
 Stadion: Weserstadion 35 282 Zuschauer

Meister:   1965, 1988
Pokalsieger:   1961

Supercup:   1988

Teilnahme EC der Landesmeister:   1965/66, 1988/89
Teilnahme EC der Pokalsieger:   1961/62
Teilnahme UEFA Cup:   6 Teilnahmen (1982/83 - 87/88)
1. Runde 06.09.1988 in Berlin
Berliner FC Dynamo - SV Werder Bremen 3:0 (1:0)
Zuschauer: 24.000 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Referee: van Langenhove (Belgien)
Linesman: Schelings, Sandra (Belgien)
Tore: 1:0 Doll (16.) 2:0 Thom (62.) 3:0 Pastor (77.)
BFC Dynamo Trainer: Bogs
Rudwaleit - Rohde - Herzog, Reich - M. Schulz (89. Anders), Ernst, Küttner, Köller - Doll, Pastor (B. Schulz), Thom
SV Werder Bremen  Trainer: Rehhagel
Reck - Sauer, Kutzop, Bratseth, Borowka (46. Hermann) - Wolter, Votava, Meier, Otten - Riedle,
Skogheim (57. Burgsmüller)
1. Runde 11.10.1988 in Bremen
SV Werder Bremen - Berliner FC Dynamo 5:0 (1:0)
Zuschauer: 23 542 im Weserstadion
Referee: Aladren (Spanien)
Linesman: unbekannt (Spanien)
Tore: 1:0 Kutzop (23. Foulelfmeter) 2:0 Hermann (55.) 3:0 Riedle (63.) 4:0 Burgsmüller (71.) 5:0 Schaaf (90.) 
SV Werder Bremen  Trainer: Rehhagel
Reck - Kutzop - Schaaf, Bratseth, Borowka, Otten - Votava, Meier (74. Wolter), Hermann - Burgsmüller, Riedle
BFC Dynamo  Trainer: Bogs
Rudwaleit - Rohde - Herzog, Reich - M. Schulz (81. Ksienzyk), Ernst, Küttner, Köller, Thom - Doll,
Pastor (82. Anders)
 
Otto Rehhagel, Trainer des SV Werder Bremen "Ich verhehle es nicht, zum EC-Start hätte ich mir einen etwas leichteren Kontrahenten gewünscht. Dennoch, wir freuen uns auf diesen überaus reizvollen und ohne Frage schweren Vergleich gegen den BFC Dynamo, dessen Name im europäischen Fußball einen guten Klang hat. Zehnmal Meister in Folge zu werden, wer vermag so etwas schon vorzuweisen. Außerdem sind Spieler wie Thom, Ernst, Rohde oder Rudwaleit auch bei uns in der Bundesliga keine unbekannten Größen. Wir gehen dennoch voller Selbstvertrauen im Meistercup an den Start, das wir uns nicht zuletzt in den vergangenen Begegnungen des UEFA-Cup gegen Verona, Spartak Moskau und Dynamo Tbilissi geholt haben. Seitdem weiß meine Elf, daß sie sich vor keinem Kontrahenten ehrfurchtsvoll erschrecken muss. Was den heutigen Berliner Auftritt betrifft, bei dem wollen wir keineswegs nur eine Nebenrolle einnehmen.  Meine Elf ist eine, die vorwärts spielt, als den Torerfolg sucht. Und das werden wir auch im Jahn-Sportpark versuchen. Eines dürfte sicher sein, die Frage über das Weiterkommen, die wird erst Anfang Oktober beim Rückspiel in unserem Weser-Stadion entschieden."
Im Europapokal der Landesmeister führt die Auslosung schon in der ersten Runde Werder Bremen und den DDR-Meister BFC Dynamo zusammen. Wie immer kein normales Spiel, wenn Mannschaften aus Ost- und West-Deutschland gegeneinander spielen. 
In Berlin sieht es vor 24 000 Zuschauern für die Hanseaten kritisch aus. Dynamo spielte die Bremer nach allen Regeln der Kunst an die Wand. Doll (16.), Thom (62.) und Pastor (77.) bringen dem Deutschen Meister eine unerwartete 0:3-Niederlage bei. Es war gleichzeitig der höchste Sieg einer ostdeutschen gegen eine westdeutsche Mannschaft. 
Werder-Trainer Otto Rehhagel glaubte trotzdem noch an das Wunder. Vor dem Rückspiel klopfte er an der Büro-Tür von Dr. Böhmert und fragte: "Doktor, was wäre ihnen lieber: der Meistertitel in der Bundesliga oder das Weiterkommen im Europapokal?" Der Präsident überlegte nicht lange und antwortete: "Der Sieg gegen Dynamo." Im Weserstadion zeigt sich Werder von der Niederlage gut erholt. Kurz vor dem Anpfiff standen die Bremer als erste Mannschaft im Kabinentrakt. Werder-Stürmer Burgsmüller hämmerte mit beiden Fäusten an die Tür der Berliner und schrie: "Kommt endlich raus, oder habt ihr Angst?" Es war nicht der einzige Trick der Bremer. Manager Willi Lemke hatte Wind davon bekommen, daß den Berliner Spielern eine Prämie von 2000 West-Mark für den Fall des Weiterkommen versprochen worden war. Sofort bot Lemke den Spielern nach der Ankunft in Bremen an, sie in der Hansestadt in vielen Geschäften spottbillig mit Konsumgütern versorgen zu können. Die Offerte löste Begeisterung aus, und so zogen die Dynamo-Spieler am Tag vor der Partie durch die Innenstadt. Bis zur 63. Minute haben Kutzop, Hermann, und Riedle den Rückstand egalisiert. In der Schlussphase sichern Burgsmüller (71.) und Schaaf (90.) noch das Weiterkommen.

aus "verrückter Europacup" von Tom Bender und Ulrich Kühne-Hellmessen