HINSPIEL:
Ein drittes Tor hätte fallen müssen! Jürgen Bogs, der
BFC-Trainer, sagte es, die Spieler unseres Meisters ebenso,
und auch auf den Rängen verband sich mit der Diskussion über
die Höhe des Berliner Sieges die Mutmaßung, ob das 2:0 eine
solide Empfehlung für den sicherlich heißen Belgrader Abend
ist oder nicht. Der
BFC spielt die erste Halbzeit voll konzentriert und kommt schon
in der 1. Minute durch Götz zur Führung. Netz glänzt mit gekonnten
Dribblings. Eines davon leitet das 2:0 ein. Ernst war in der
38. Minute der Torschütze. Kritisch muß sich der BFC selbst
anmerken, daß er nach der Pause den Kräfte- und
Konzentrationsschwund der Gäste nicht mit spielerisch
abgeklärten Aktionen zu bestrafen verstand. Etliche Flanken
von Götz, Backs, Terletzki kamen zu hastig und ungenau
zumeist in den Rücken der vor dem Tor Lauernden. Das
Dynamo-Spiel lebte vor allem von Troppas gleichermaßen
sicheren wie angriffsvorbereitenden Partie, vom
fußballlerischen Gespür Ernsts. Vom Siegeswillen und
beispielhafter Einsatzbereitschaft war niemand im weinroten
Dreß ausgenommen, wohl aber wechselten bei manchen Aktiven
Licht und Schatten. Das betraf die Zuspielpräzision sowie das
Nutzen der Chancen. Mindestens
dreimal versagt Götz aus Nahdistanz in relativ unkomplizierten
Situationen. Das aber, was schwer war, nach Terletzkis Freistoß mit
Direktschuss zu treffen, meisterte der junge Stürmer nach 57
Sekunden gekonnt. Aus dem erhofften Drei-Tor-Vorsprung wurde
nichts, doch Trainer Milutin Soskic
bekennt anderseits: “Ist ein 2:0 im Europapokal
ein sowohl für den Gewinner gutes als auch für den Verlierer
ungünstiges Resultat.”
Jürgen Bogs:
"Vom Ergebnis her kann ich mit meiner Mannschaft
zufrieden sein, obwohl wir es natürlich versäumten, für
noch klarere Fronten zu sorgen. Um in das Viertelfinale zu
kommen, müssen wir aber in Belgrad auf jeden Fall noch einmal
voll konzentrierte neunzig Minuten bieten. Jedem von uns ist
klar, es wird ein schweres Rückspiel." |
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RÜCKSPIEL:
Sie sprangen in die Höhe und stöhnten im nächsten Moment
auf - die 55 000 Partizananhänger. Sie warfen sich
enttäuscht auf den Boden und schlugen die Hände vors Gesicht
- die Partizanspieler. Nur ein einziges
Mal fand Partizan einen Durchschlupf. Rudwaleit
bekommt den von sich wegdrehenden Freistoßball von Prekazi
nicht zu fassen (27.), doch dann gibt der “Lange” seiner Mannschaft
den nötigen Rückhalt. “Nur bei einem Flatterball
von Mance geriet ich in Schwierigkeiten.” Das war in
der 74. Minute, als Mivkovic kurz vor dem Tor zum Nachschuss
kommt. Mit Rohde - Troppa operierte vor Rudwaleit ein
Stoppergespann, das dem "Langen" schon ein
gehöriges Stück Arbeit abnahm. Und das mit wohltuender,
ansteckender Ruhe, von der insbesondere die jungen Thom und
Rath profitierten. Ein Raunen ging durch die Zuschauer, wenn
die Berliner zum Konterspiel ansetzten, geschickt die Seite
verlagerten, Ullrich, der leider im ständigen Gerangel mit
Mance für Sekunden die Nerven verlor, urplötzlich auf der
Rechtaußenposition auftauchte. Was dem Spiel unseres Meisters
allerdings als letzter, entscheidender "Pfiff"
fehlte, war die Konsequenz beim Ausspielen der Konter, das
Durchsetzungsvermögen im Torraum. Ein unwahrscheinliches Pensum leistete
Ernst, so dass “Bobra” zu dem Schluß kommt: “Einen
solchen Mittelstürmer besaßen wir nicht. Er beschäftigte ganz
Partizan.”
Jürgen Bogs:
"Mit
einer großen kämpferischen Leistung hat die Mannschaft das
Weiterkommen erreicht. Rudwaleit, Rohde und Troppa waren dabei
der große Rückhalt des Kollektivs. Wir müssen es nur noch
besser verstehen, unsere Kontermöglichkeiten zielstrebiger
und entschlossener auszuspielen. Erfreulich, daß junge Leute
wie Rath oder der gerade 18 Jahre gewordene Thom ihre
Bewährungsprobe bestanden. Wir demonstrierten unsere
gewachsene spielerische Reife gegen einen starken
Kontrahenten." |
+ Die Fußballspieler Falko Götz und
Dirk Schlegel vom BFC Dynamo wurden von Profi-Managern der BRD
mit hohen Geldsummen abgeworben. Vor dem Spiel des Europacups
der Landesmeister in Belgrad haben sie ihre Mannschaft
verlassen und verraten.
aus der FUWO und diversen Büchern |
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| Dramatik: Stojic, Radanovic klären vor Ernst |
Backs beim Dribbling gegen Radanovic
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| trotz Bedrängnis gelingt Ernst das
2:0 gegen den sich werfenden Torhüter Stojic |
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