EC der Landesmeister - weitere Begegnungen hier:

 Achtelfinale  1983/84

partizan belgrad logo Fudalski Klub Partizan Beograd
4.10.1945 gegründet als Jogoslavenski Sportsko Drustvo Partizan Beograd ab 1963 als  FK Partizan Beograd

Farben: Schwarz-Weiß    
Stadion: Topcider, “Partizan”   50 819 Zuschauer

Meister:  1947, 1949, 1961, 1962, 1963, 1965, 1976, 1978, 1983
Pokalsieger:  1947, 1952, 1954, 1957
Teilnahme EC der Landesmeister:  8 Teilnahmen (1955/56 - 1983/84)
Teilnahme UEFA Cup:   1974/75
Achtelfinale  19.10.1983 in Berlin
Berliner FC Dynamo - Partizan Belgrad  2:0 (2:0)
Zuschauer: 19 500 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Referee: Juschka (UdSSR)
Linesman: Muschkowets, Spirin (UdSSR)
Tore: 1:0 Götz (1.)  2:0 Ernst (38.)
BFC Dynamo  Trainer: Bogs
Rudwaleit - Rohde - Schlegel, Troppa, Ullrich - Schulz, Terletzki, Backs - Götz (84. Sträßer), Ernst, Netz
Partizan Belgrad  Trainer: Milutinovic
Stojic - Kalicanin - Rojevic (46. Salja), Radanovic, Masic - Dimitrijevic, Smajic, Jesic - Mance, Vukotic (67. Martinovic), Prekazi
Achtelfinale  02.11.1982 in Belgrad
Partizan Belgrad - Berliner FC Dynamo  1:0 (1:0)
Zuschauer: 55 000 im Armee-Stadion
Referee: Dotschew (Bulgarien)
Linesman: Jasharow, Tachadshiew (Bulgarien)
Tore: 1:0 Prekazi (27.) 
Partizan Belgrad  Trainer: Milutinovic
Stojic - Kalicanin - Radovic (46. Smajic), Radanovic, Rojevic - Dimitrijevic, Vukotic (70. Salja), Jesic - Mance, Zivkovic, Prekazi
BFC Dynamo  Trainer: Bogs
Rudwaleit - Rohde - Rath, Troppa, Ullrich - Schulz, Terletzki, Backs  - Thom (78. Kubowitz), Ernst, Netz
 
HINSPIEL:
Ein drittes Tor hätte fallen müssen! Jürgen Bogs, der BFC-Trainer, sagte es, die Spieler unseres Meisters ebenso, und auch auf den Rängen verband sich mit der Diskussion über die Höhe des Berliner Sieges die Mutmaßung, ob das 2:0 eine solide Empfehlung für den sicherlich heißen Belgrader Abend ist oder nicht. Der BFC spielt die erste Halbzeit voll konzentriert und kommt schon in der 1. Minute durch Götz zur Führung. Netz glänzt mit gekonnten Dribblings. Eines davon leitet das 2:0 ein. Ernst war in der 38. Minute der Torschütze. Kritisch muß sich der BFC selbst anmerken, daß er nach der Pause den Kräfte- und Konzentrationsschwund der Gäste nicht mit spielerisch abgeklärten Aktionen zu bestrafen verstand. Etliche Flanken von Götz, Backs, Terletzki kamen zu hastig und ungenau zumeist in den Rücken der vor dem Tor Lauernden. Das Dynamo-Spiel lebte vor allem von Troppas gleichermaßen sicheren wie angriffsvorbereitenden Partie, vom fußballlerischen Gespür Ernsts. Vom Siegeswillen und beispielhafter Einsatzbereitschaft war niemand im weinroten Dreß ausgenommen, wohl aber wechselten bei manchen Aktiven Licht und Schatten. Das betraf die Zuspielpräzision sowie das Nutzen der Chancen. Mindestens dreimal versagt Götz aus Nahdistanz in relativ unkomplizierten Situationen. Das aber, was schwer war, nach Terletzkis Freistoß mit Direktschuss zu treffen, meisterte der junge Stürmer nach 57 Sekunden gekonnt. Aus dem erhofften Drei-Tor-Vorsprung wurde nichts, doch Trainer Milutin Soskic bekennt anderseits: “Ist ein 2:0 im Europapokal ein sowohl für den Gewinner gutes als auch für den Verlierer ungünstiges Resultat.” 
Jürgen Bogs: "Vom Ergebnis her kann ich mit meiner Mannschaft zufrieden sein, obwohl wir es natürlich versäumten, für noch klarere Fronten zu sorgen. Um in das Viertelfinale zu kommen, müssen wir aber in Belgrad auf jeden Fall noch einmal voll konzentrierte neunzig Minuten bieten. Jedem von uns ist klar, es wird ein schweres Rückspiel."
RÜCKSPIEL:
Sie sprangen in die Höhe und stöhnten im nächsten Moment auf - die 55 000 Partizananhänger. Sie warfen sich enttäuscht auf den Boden und schlugen die Hände vors Gesicht - die Partizanspieler. Nur ein einziges Mal fand Partizan einen Durchschlupf. Rudwaleit bekommt den von sich wegdrehenden Freistoßball von Prekazi nicht zu fassen (27.), doch dann gibt der “Lange” seiner Mannschaft den nötigen Rückhalt. “Nur bei einem Flatterball von Mance geriet ich in Schwierigkeiten.” Das war in der 74. Minute, als Mivkovic kurz vor dem Tor zum Nachschuss kommt. Mit Rohde - Troppa operierte vor Rudwaleit ein Stoppergespann, das dem "Langen" schon ein gehöriges Stück Arbeit abnahm. Und das mit wohltuender, ansteckender Ruhe, von der insbesondere die jungen Thom und Rath profitierten. Ein Raunen ging durch die Zuschauer, wenn die Berliner zum Konterspiel ansetzten, geschickt die Seite verlagerten, Ullrich, der leider im ständigen Gerangel mit Mance für Sekunden die Nerven verlor, urplötzlich auf der Rechtaußenposition auftauchte. Was dem Spiel unseres Meisters allerdings als letzter, entscheidender "Pfiff" fehlte, war die Konsequenz beim Ausspielen der Konter, das Durchsetzungsvermögen im Torraum. Ein unwahrscheinliches Pensum leistete Ernst, so dass “Bobra” zu dem Schluß kommt: “Einen solchen Mittelstürmer besaßen wir nicht. Er beschäftigte ganz Partizan.”
Jürgen Bogs: "Mit einer großen kämpferischen Leistung hat die Mannschaft das Weiterkommen erreicht. Rudwaleit, Rohde und Troppa waren dabei der große Rückhalt des Kollektivs. Wir müssen es nur noch besser verstehen, unsere Kontermöglichkeiten zielstrebiger und entschlossener auszuspielen. Erfreulich, daß junge Leute wie Rath oder der gerade 18 Jahre gewordene Thom ihre Bewährungsprobe bestanden. Wir demonstrierten unsere gewachsene spielerische Reife gegen einen starken Kontrahenten."
+ Die Fußballspieler Falko Götz und Dirk Schlegel vom BFC Dynamo wurden von Profi-Managern der BRD mit hohen Geldsummen abgeworben. Vor dem Spiel des Europacups der Landesmeister in Belgrad haben sie ihre Mannschaft verlassen und verraten.
 
aus der FUWO und diversen Büchern
BFC - Belgrad  

Backs beim Dribbling gegen Radanovic

Dramatik: Stojic, Radanovic klären vor Ernst

Backs beim Dribbling gegen Radanovic    

Ernst erzielt das 2:0
trotz Bedrängnis gelingt Ernst das 2:0 gegen den sich werfenden Torhüter Stojic