EC der Landesmeister - weitere Begegnungen hier:

 Viertelfinale  1983/84

as rom logo Associazione Sportiva Roma
22.7.1927 gegründet als Alba Audace FC Roma, SGS Fortitudo Roma und Roman FC Roma fusionierten

Farben: Rot-Gelb    
Stadion: Stadio Olimpico   80 000 Zuschauer

Meister:  1942, 1983
Pokalsieger:  1964, 1969, 1980, 1981
Teilnahme EC der Landesmeister:  1983/84

Teilnahme EC der Pokalsieger:  1969/70, 1980/81, 1981/82

Teilnahme UEFA Cup: 1975/76, 1982/83
Viertelfinale  07.03.1984 in Rom
AS Rom - Berliner FC Dynamo  3:0 (0:0)
Zuschauer: 62 000 im Olympiastadion
Referee: Keizer (Niederlande)
Linesman: Mulder, van Swieten (Niederlande)
Tore: 1:0 Graziani (67.)  2:0 Pruzzo (75.)  3:0 Cerezo (90.)
AS Rom  Trainer: Liedholm
Tancredi - Righetti - Oddi (55. Chierico), Nela, Maldera - Falcao, di Bartholomei, Cerezo -  Conti, Pruzzo, Graziani
BFC Dynamo Trainer Bogs
Rudwaleit - Trieloff - Grether, Troppa, Rath - Terletzki, Schulz, Rohde, Backs - Ernst, Thom (79. Netz)
Viertelfinale  21.03.1984 in Berlin
Berliner FC Dynamo - AS Rom  2:1 (0:0)
Zuschauer: 23 000 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Referee: Johansson (Schweden)
Linesman: Harrysson, Ask (Schweden)
Tore: 0:1 Oddi (56.)  1:1 Thom (76.)  2:1 Ernst (87.) 
BFC Dynamo  Trainer Bogs
Rudwaleit - Trieloff - Maek (76. Netz), Troppa, Rath - Schulz, Terletzki, Backs (82. Prange) - Grether, Ernst, Thom
AS Rom  Trainer: Liedholm
Tancredi - Righetti - Neli (52. Oddi), Bonetti, Maldera - Cerezo (82. Chierico), di Bartholomei, Falcao - Conti, Pruzzo, Graziani
 
HINSPIEL:
Die Fluten des römischen Tiber sind schon lange gebändigt. Auch sintflutartiger Regen kann den Dämmen und Mauern des Flusses nichts anhaben. Aber im Stadio Olimpico ist schon manche Mannschaft von der Angriffsflut der "Roma" hinweggespült worden. Wie und ob der Damm der Dynamos halten würde? 62 000 füllten das Stadio Olimpico, als der BFC gegen AS Rom antritt. Über eine Stunde kann der DDR-Meister dem Druck der Römer standhalten. Die Gäste konnten vor der Pause das Spiel des Gastgebers eindämmen, verleiteten die Falcao, Cerezo, di Bartolomei zum Quergespiele. Nur zweimal droht Gefahr bei einem Kopfball von Gaziani nach Flanke von Cerezo (29.), den Rudwaleit mit einer Reflexbewegung abwehrt, sowie einem Schuss des Liberos Righetti (30.), der das Leder jedoch in den azurblauen Himmel setzte. Rom spart Kräfte für den Endspurt, den läutet di Bartholomei mit einem knallharten Pfostenschuss ein. Dann erzielt Gratiani (67.) das Führungstor, als sich Troppa und Grether gegenseitig stören. Nun bietet AS besten Angriffsfußball. Pruzzo (75.) und Cerezo (90.) schießen dann das standesgemäße 3:0 heraus. Wohl entscheidend für die Niederlage unseres Meisters, die in dieser Höhe nicht erwartet werden konnte, allerdings bei allen Abstrichen auch unnötig war, war sein zurückhaltendes Agieren nach vorn. Das 0:0 im Hinterkopf bremste die Angriffsbemühungen, hinzu kam die taktische Unbeweglichkeit nach der Einwechslung von Chierico, die natürlich eine neue Konstellation bedeutete. Ein Deckungswechsel von Rohde und Grether, um die nun entstandene Doppelspitze Pruzzo-Graziani zu entschärfen, wäre sicherlich ratsamer gewesen. Die Verwundbarkeit der Gastgeber in der eigenen Abwehr offenbarte sich deutlich, als unser Meister nach dem Rückstand wohl oder übel mehr riskieren musste, "um wenigstens ein Tor zu schießen", wie Routinier Frank Terletzki hoffte. Thoms Solo und Schuss wehrt Tancredi gerade noch zur Ecke ab, der Schuss von Ernst geht knapp am langen Pfosten vorbei (77.). Backs scheitert in der 89. Minute und die Notbremse von Righetti als letztem Mann gegen den davoneilenden Ernst (78.), demonstrierten. was bei mehrt Mut auch im Stadio Olimpico möglich gewesen wär.
Jürgen Bogs: "Das 0:3 gibt uns natürlich nur noch eine geringe Chance auf ein weiteres Vordringen im Europapokal. Nach einem gewissen Abstand von diesem Spiel und einer Auswertung, die wir mit der Mannschaft vorgenommen haben, sind wir uns jedoch einig, daß wir uns nicht aufgeben werden, sondern nach dem Strohhalm greifen. Dazu bedarf es eines schwungvollen Spiels unserer drei Angriffspitzen; eine Taktik, die wir ja in Riesa ausprobierten, aber auch einer stabilen Abwehr, die konsequenter und konzentrierter als in den Meisterschaftsspielen agiert."
RÜCKSPIEL:
Die treuen Anhänger unseres Meisters verloren nie ihren Humor, auch wenn er mir ein wenig schwarz gefärbt schien. Nur noch vier!", riefen sie lautstark, nachdem der kecke Thom eine Ecke Terletzkis nutzte und den Ball per Kopf zum Ausgleich in die Maschen gesetzt hatte. Der BFC tat und gab sein Bestes, mühte sich redlich, bewies auch nach dem 0:1 Moral, zeigte durchweg einen bemerkenswerten Kampfgeist, Einsatzstärke, riß damit nach einem Rückstand noch einen anerkennenswerten Erfolg aus dem Feuer - allein: Ein 0:3, später gar ein 0:4 wettzumachen, das überstieg seine derzeit begrenzten spielerischen Möglichkeiten bei weitem. Am Willen und Wollen hat es keinesfalls gefehlt, wohl aber an der fußballerischen Ausstrahlung schon im Hinspiel.
Im Jahn-Sportpark versucht der BFC, die Initiative zu ergreifen, mit Weitschüssen zur Führung zu kommen. Tancredi muss sich bei Versuchen von Backs (6.), Grether (7.) und Troppa (14.) mächtig strecken, und auch Prange prüfte den Torwart in der Schlußphase noch einmal ernsthaft. Doch das Spiel erwies sich lange Zeit las zu statisch. Ernst, "auf den wir uns besonders konzentrierten, weil er ein Klassemann ist ", so Liedholm, mußte erst immer den Ball halten, ehe sich Anspielpunkte anboten, die anderen nachrückten. Roms Führung gehen zwei glasklare Chancen voraus. Erst rettet Rudwaleit großartig nach Trieloff-Fehler gegen Graziani (47.), dann pariert er gegen Pruzzo (54.). Dann schlägt Conti einen Pass, Facaos Eingabe kommt zu Oddi, der die Führung besorgt (56.). 
Wie dann der BFC in dieser Schlußphase, in der Conti noch einmal an die Latte schoß (85.), alle Reserven mobilisierte, jeder einzelne ein beträchtliches Laufpensum absolvierte, das gefiel, obschon das Geschehen zuvor für einige (Terletzki)  zu schnell schien. Thoms Kopfballtor folgte der Siegtreffer durch Ernst nach einem Flügelwechsel von rechts nach links und einer zu kurzen Abwehr Righettis. Ein verdienter Erfolg, der jedoch richtig eingeordnet werden muß.
 
aus der FUWO und diversen Büchern
BFC - AS Rom (Tancredi)BFC - AS Rom (Rudwaleit)
Sowohl Roms Schlußmann Tancredi als auch BFC-Torhüter Rudwaleit rückten mehrmals in den Blickpunkt des Geschehens und bewiesen dabei ihre Reaktionsfähigkeit