HINSPIEL:
Die Fluten des römischen Tiber sind schon lange gebändigt.
Auch sintflutartiger Regen kann den Dämmen und Mauern des
Flusses nichts anhaben. Aber im Stadio Olimpico ist schon
manche Mannschaft von der Angriffsflut der "Roma"
hinweggespült worden. Wie und ob der Damm der Dynamos halten
würde? 62
000 füllten das Stadio Olimpico, als der BFC gegen AS Rom
antritt. Über eine Stunde kann der DDR-Meister dem Druck der
Römer standhalten. Die Gäste konnten vor der Pause das Spiel
des Gastgebers eindämmen, verleiteten die Falcao, Cerezo, di
Bartolomei zum Quergespiele. Nur zweimal droht Gefahr bei einem Kopfball
von Gaziani nach Flanke von Cerezo (29.), den Rudwaleit mit
einer Reflexbewegung abwehrt, sowie einem Schuss des Liberos
Righetti (30.), der das Leder jedoch in den azurblauen Himmel
setzte. Rom spart
Kräfte für den Endspurt, den läutet di Bartholomei mit einem
knallharten Pfostenschuss ein. Dann erzielt Gratiani (67.) das
Führungstor, als sich Troppa und Grether gegenseitig stören.
Nun bietet AS besten Angriffsfußball. Pruzzo (75.) und Cerezo
(90.) schießen dann das standesgemäße 3:0 heraus. Wohl
entscheidend für die Niederlage unseres Meisters, die in
dieser Höhe nicht erwartet werden konnte, allerdings bei
allen Abstrichen auch unnötig war, war sein zurückhaltendes
Agieren nach vorn. Das 0:0 im Hinterkopf bremste die
Angriffsbemühungen, hinzu kam die taktische Unbeweglichkeit
nach der Einwechslung von Chierico, die natürlich eine neue
Konstellation bedeutete. Ein Deckungswechsel von Rohde und
Grether, um die nun entstandene Doppelspitze Pruzzo-Graziani
zu entschärfen, wäre sicherlich ratsamer gewesen. Die
Verwundbarkeit der Gastgeber in der eigenen Abwehr offenbarte
sich deutlich, als unser Meister nach dem Rückstand wohl oder
übel mehr riskieren musste, "um
wenigstens ein Tor zu schießen", wie Routinier Frank
Terletzki hoffte. Thoms Solo und Schuss wehrt Tancredi
gerade noch zur Ecke ab, der Schuss von Ernst geht knapp am
langen Pfosten vorbei (77.). Backs scheitert in der 89. Minute
und die Notbremse von Righetti als letztem Mann gegen den
davoneilenden Ernst (78.), demonstrierten. was bei mehrt Mut
auch im Stadio Olimpico möglich gewesen wär.
Jürgen Bogs:
"Das 0:3 gibt uns natürlich nur noch eine geringe Chance
auf ein weiteres Vordringen im Europapokal. Nach einem
gewissen Abstand von diesem Spiel und einer Auswertung, die
wir mit der Mannschaft vorgenommen haben, sind wir uns jedoch
einig, daß wir uns nicht aufgeben werden, sondern nach dem
Strohhalm greifen. Dazu bedarf es eines schwungvollen Spiels
unserer drei Angriffspitzen; eine Taktik, die wir ja in Riesa
ausprobierten, aber auch einer stabilen Abwehr, die
konsequenter und konzentrierter als in den
Meisterschaftsspielen agiert." |
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RÜCKSPIEL:
Die treuen Anhänger unseres Meisters verloren nie ihren
Humor, auch wenn er mir ein wenig schwarz gefärbt schien. Nur
noch vier!", riefen sie lautstark, nachdem der kecke Thom
eine Ecke Terletzkis nutzte und den Ball per Kopf zum
Ausgleich in die Maschen gesetzt hatte. Der BFC tat und gab
sein Bestes, mühte sich redlich, bewies auch nach dem 0:1
Moral, zeigte durchweg einen bemerkenswerten Kampfgeist,
Einsatzstärke, riß damit nach einem Rückstand noch einen
anerkennenswerten Erfolg aus dem Feuer - allein: Ein 0:3,
später gar ein 0:4 wettzumachen, das überstieg seine derzeit
begrenzten spielerischen Möglichkeiten bei weitem. Am Willen
und Wollen hat es keinesfalls gefehlt, wohl aber an der
fußballerischen Ausstrahlung schon im Hinspiel.
Im Jahn-Sportpark versucht der BFC, die Initiative zu ergreifen,
mit Weitschüssen zur Führung zu kommen. Tancredi muss sich bei
Versuchen von Backs (6.), Grether (7.) und Troppa (14.) mächtig
strecken, und auch Prange prüfte den Torwart in der
Schlußphase noch einmal ernsthaft. Doch das Spiel erwies sich
lange Zeit las zu statisch. Ernst, "auf
den wir uns besonders konzentrierten, weil er ein Klassemann
ist ", so Liedholm,
mußte erst immer den Ball halten, ehe sich Anspielpunkte
anboten, die anderen nachrückten. Roms Führung gehen
zwei glasklare Chancen voraus. Erst rettet Rudwaleit großartig
nach Trieloff-Fehler gegen Graziani (47.), dann pariert er gegen
Pruzzo (54.). Dann schlägt Conti einen Pass, Facaos Eingabe
kommt zu Oddi, der die Führung besorgt (56.).
Wie dann der BFC in dieser Schlußphase, in der Conti noch
einmal an die Latte schoß (85.), alle Reserven mobilisierte,
jeder einzelne ein beträchtliches Laufpensum absolvierte, das
gefiel, obschon das Geschehen zuvor für einige
(Terletzki) zu schnell schien. Thoms Kopfballtor folgte
der Siegtreffer durch Ernst nach einem Flügelwechsel von
rechts nach links und einer zu kurzen Abwehr Righettis. Ein
verdienter Erfolg, der jedoch richtig eingeordnet werden muß.
aus der FUWO und diversen Büchern |

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| Sowohl Roms Schlußmann
Tancredi als auch BFC-Torhüter Rudwaleit rückten mehrmals in
den Blickpunkt des Geschehens und bewiesen dabei ihre
Reaktionsfähigkeit |
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