Halbfinale  1971/72

LOGO Dinamo Moskva
 1887 gegründet als Morozowtsi Orechowo Suewo Moskva, 1906 Orechowo KS Moskva,
 1923 Dinamo Moskva

 Farben: Blau - Weiss
 Stadion: Dinamo 65.000 Zuschauer

 

Meister:  1936 (Frühjahr), 1937, 1940, 1945, 1949, 1954, 1955, 1957, 1959, 1963

Pokalsieger:   1937, 1953, 1967, 1970

Teilnahme EC der Pokalsieger:   1968/69, 1971/72

Halbfinale 05.04.1972 in Berlin
Berliner FC Dynamo - Dynamo Moskau 1:1 (0:0)
Zuschauer: 30 000 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Referee: Marton, Palotai (Ungarn)
Linesman: Marton, Palotai (Ungarn)
Tore: 0:1 Jewrushichin (53.) 1:1 Johannsen (82. Handelfmeter)  

BFC Dynamo  Trainer: Geitel
Lihsa - Carow - Stumpf, Trümpler, Hübner - P. Rohde, Schütze, Terletzki, Johannsen, Netz, Schulenberg

Dynamo Moskau   Trainer: Beskow
Pilgui - Bassalajew, Sabo, Dolmatow, Sykow - Jakubik, Shukow, Machowikow - Baidatschny, Koshemjakin, Jewrushichin

Halbfinale 20.04.1972 in Lwow
Dynamo Moskau - Berliner FC Dynamo 1:1 (0:1, 1:1) n.V. 4:1 n. Elfmeterschießen
Zuschauer: 25 000 im Stadion der Freundschaft
Referee: Boström (Schweden)
Linesman: Nystrand, Frankenberg (Schweden)
Tore: 0:1 Netz (37.) 1:1 Jewrushichin (58.) 
Es.: 1:0 Dolmatow, Johannsen verschossen, 2:0 Baidatschny, Terletzki an die Latte, 3:0 Jewrushichin,
3:1 Carow, 4:1 Machowikow

Dynamo Moskau   Trainer: Beskow
Pilgui - Bassalajew, Sabo, Dolmatow, Sykow - Jakubik (61.Anitschkin), Shukow, Machowikow - Baidatschny, Koshemjakin (47.Gerschkowitsch), Jewrushichin

BFC Dynamo  Trainer: Geitel
Lihsa - Carow - Stumpf, Trümpler, Hübner - P.Rohde, Schütze (112.Becker), Terletzki - Johannsen,
Netz (112.Brillat), Schulenberg
 
Die Berliner versuchen es mit deckungsöffnenden langen Steilpässen, Moskau stützt sich auf Kombinationsreichtum im Flachpass. Aus den statistischen Details eine Überlegenheit der Berliner hervor: Torschüsse 12:8, torgefährliche Kopfbälle 5:1, Freistöße 28:9, Eckbälle 13:7. Und doch scheinen die Moskauer das erfolgreichere Rezept zu haben, denn in der 53. Minute bringt Jewrushichin seine Mannschaft in Führung. In einer hochdramatischen Schlussphase gelingt dem BFC doch noch der Ausgleich. Für Moskau naht die verhängnisvolle 82. Minute. Koshemjakin foult Johannsen und nimmt daraufhin den Ball im Strafraum in die Hand. Er glaubte, dass Referee Bircsak aus Ungarn auf Freistoß für die Berliner entscheiden würde. Libero Sabo schüttelte den Kopf: “Ich traute meinen Augen nicht, so entsetzt war ich.” Nach Koshemjakins Kurzschlussreaktion entscheidet der Schiedsrichter zu Recht auf Elfmeter. Johannsen verwandelt sicher. Kein Murren bei den Moskauern. Trainer Beskow gesteht ehrlich ein: “Auf einen so folgenschweren Fehler hätten wir zwar in diesem bedeutungsvollen Spiel gern verzichtet, die Strafstoßentscheidung war jedoch völlig korrekt.” Vor dem Spiel in Lwow gibt Trainer Geitel die Konzeption heraus: “Dynamo wird im Mittelfeld nicht den Spielraum wie in Berlin bekommen. Sonderbewachung? Nein! Jeder spielt von seinem Mann weg voll auf Angriff. Die Mannschaft brennt. Sie wird ihre Chance mit aller Konsequenz wahrnehmen.” Und wie sie das tat! Terletzki und P.Rohde setzten im Mittelfeld die Akzente, im Angriff wirbeln Schulenberg und Netz die Moskauer Deckung schwindlig. In der 37. Minute fällt das 1:0 für Berlin. Einen scharfen Eckball Johannsens köpft Netz unhaltbar in die Maschen. Doch in der 58. Min. ist der Vorteil wieder dahin. Der sonst gut haltende Lihsa begeht einen folgenschweren Fehler, den Jewrushichin eiskalt zum Ausgleich nutzt. Beide Teams bemühen sich vergebens um den Siegtreffer, das Elfmeterschießen muss die Entscheidung bringen. Lag es daran, dass das Endspiel im Nou Camp von Barcelona winkt? War man sich bewusst, als Neuling bis in das Halbfinale vorgedrungen zu sein ? Bei den Berlinern versagen die sonst so treffsicheren Schützen. Doch muss festgehalten werden. Bei seiner ersten Europapokal-Teilnahme blieb der BFC Dynamo in acht EC-Spielen unbesiegt.