|
|
|
|
|
Association
Sportive de Monaco
1924 gegründet als mehrere Sportvereine Monacos fusionierten
Farben: Rot - Weiss
Stadion: Nouvelle Stade Louis II 20.000 Zuschauer
|
|
Meister: 1961,
1963, 1978, 1982, 1988
|
|
Pokalsieger:
1960, 1963, 1980, 1985
|
|
Supercup: 1961,
1963, 1985
|
|
Teilnahme
EC der Landesmeister: 5
Teilnahmen (1961/62 - 1988/89)
|
|
Teilnahme
EC der Pokalsieger: 4
Teilnahmen (1974/75 - 1989/90)
|
|
Teilnahme
UEFA Cup: 1979/80,
1981/82, 1984/85
|
|
|
|
Achtelfinale 24.10.1989 in Monaco
AS Monaco - Berliner FC Dynamo 0:0
Zuschauer: 7.000 im Stade Louis II
Referee: Forstinger (Österreich)
Linesman: Pumm, Finzinger (Österreich)
Tore: Fehlanzeige
|
|
AS
Monaco Trainer: Wenger
Ettori - Mendy - Puel, Petit, Sonor - Poullain, Dib, Ferratge, Mege -
Weah (46. Hateley), Diaz (48. Toure) |
|
BFC Dynamo Trainer: Jäschke
Rudwaleit - F. Rohde - Ksienzyk, Reich, Herzog, Köller - Lenz (46.
Küttner),
Ernst, Bonan - Doll, Thom |
|
|
|
Achtelfinale 01.11.1989 in Berlin
Berliner FC Dynamo - AS Monaco 1:1 (0:0) n.V. Zuschauer: 16.000 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Referee: Goethals (Belgien)
Linesman: Piroux, Thirion (Belgien)
Tore: 1:0 Küttner (111.) 1:1 Diaz (117.);
|
|
|
|
BFC
Dynamo Trainer: Jäschke
Rudwaleit - F. Rohde - Ksienzyk, Reich, Herzog, Zöphel - Küttner,
Ernst (96. Strecker), Bonan, Doll, Thom
|
|
AS Monaco Trainer: Wenger
Ettori - Mendy - Puel, Sonor, Blondeau - Ferratge (107. Fofana), Dib -
Poullain, Mege - Hateley (77. Toure), Diaz |
HINSPIEL: Mit einem torlosen Unentschieden sicherten sich gestern die Akteure unseres Pokalsiegers BFC Dynamo im Hinspiel der 2. Runde des Europapokals beim AS Monaco alle Chancen für das Rückspiel in zwei Wochen in Berlin. Diesmal im grünen Trikot antretend, hatten sie beim französischen Pokalsieger kritische Situationen zu bestehen, aber durchaus auch eigene Chancen.
Die Berliner weisen Courage, Widerstandsfähigkeit und Zähigkeit nach und können mit ihrem kämpferischen Einsatz technisch-spielerische Mängel ausgleichen. Frank Rohde ist von Beginn an in der Abwehr im Bilde. Herzog entschärft den neuen Wunderstürmer Weah aus Liberia, dann den Briten Hateley. Bodo Rudwaleit ist erneut ein echte Größe. Anfangs vollbrachte er gegen Weah und Diaz wahre Glanztaten, am Ende ließ er sich auch vom furiosen Endspurt der Platzherren nicht aus der Fassung bringen. Nach dem Seitenwechsel erscheint ein besserer BFC auf dem Platz. Doll lehrt mit sehenswerten Sprinteinlagen die Monegassen das Fürchten. Glänzend die beiden Soli nach einer halben Stunde über die rechte Seite, präzise auch seine verdeckten Eingaben nach links in den Lauf von Bonan, der jedoch kein Kapital daraus schlug. Hier die Reaktion der Presse:
L’Equipe - Die Berliner raubten den Monegassen mit Disziplin, Abwehrtreue und Unerschrockenheit den spielerischen Schwung.
Le Figaro - Nach den Verletzungsausfällen von Weah, Diaz zog Arsene Wenger selbst die Trümpfe Toure und Hateley aus dem Ärmel. Vergeblich! Die Berliner Bastion hielt stand, auch dank des Riesen Rudwaleit.
Magazine de la Rensitte - Der DDR-Rekordmeister war nicht Belenenses Lissabon. Die Portugiesen wurden in der ersten Runde beim 3:0 für Monaco zum Spielball. Die Dynamos erweisen sich als Granitblock. |
Arsene Wenger, Trainer des AS Monaco:"Ich hatte es befürchtet! Der DDR-Rekordmeister BFC Dynamo entpuppte sich als weitaus stärkerer Kontrahent als unser erster EC-Gegner Belenenses Lissabon. Er imponierte durch Disziplin, Widerstandsfähigkeit und Abwehrunerschrockenheit, und er verstand es vorzüglich, meine Mannschaft beim Hinspiel mehr und mehr von ihrer spielerischen Linie abzubringen. Leider fiel uns in dieser Partie, die bei aller Einsatzschärfe nie ins Unfaire ausuferte, unser torgefährlichster Stürmer Weah aus. Ich hoffe, Toure und Hateley, die ja nach siebenmonatiger Verletzungspause förmlich in EC-Wasser geworfen wurden, gewinnen bis zum Rückspiel wieder an Form uns spielerischer Fitneß. Das 0:0 von Monaco entspricht natürlich nicht unseren Vorstellungen und Erwartungen. Wir wollten daheim bereits für eine Vorentscheidung sorgen. Jetzt müssen wir uns auf harte, vielleicht dramatische 90 oder gar 120 Minuten gefaßt machen. Ich baue dabei auf die Cleverneß und Erfahrung meiner Elf, die besser kontern als bedingungslos angreifen kann. Die Chancen stehen 60 zu 40 für die Dynamos, aber entschieden ist nichts!" |
|
RÜCKSPIEL: Himmelhochjauchzend - zu Tode betrübt. In welche Stimmungskurven trieb der BFC sich und seine Anhänger: Küttners Treffer in der 110. Minute, also weit in der Verlängerung, stieß das Tor ins Viertelfinale weit auf. Diaz' toller Freistoß-Kunststoß warf sie krachend wieder zu. Nur acht Minuten drauf. 120 Sekunden später kam das "Aus"... Es war für beide von Anfang an ein Tanz auf Messers Schneide. Nach dem 0:0 von Monaco wußte jeder: Ein Tor war fast nicht mehr korrigierbar. Dementsprechend vorsichtig begann Dynamo, etwas aggressiver indessen Monaco, Zwei Diaz-Chancen aber weckten die Hausherrn, und Ernst gab mit dem ersten Torschuß (11.) das Signal zu einer Dauer-Offensive, in der vom BFC in Sachen Spielfluß, Beweglichkeit, Selbstvertrauen die phasenweise beste Saisonleistung geboten wurde.
Besonders erfreulich, wie sich Zöphel da reinhing. All das kontrastierte (wie auch der gepflegte, von Buckeln und Büscheln befreite Rasen) bemerkenswert zum Sonnabendspiel gegen Dresden. Großartig die Form von Thomas Doll, der wie ein Irrwisch durch Monacos Reihen kurvte. Enorm der Aktionsradius vieler. Aber die D-Züge aus Monaco verlangten pausenlos höchste Vorsicht. Ferratge inszenierte die meisten. Hatte Bonan eine verheißungsvolle Chance auf dem falschen Fuß (44.), so bot sich Doll die größte in der 58. min, von Ernst herausgearbeitet. Doch Ettori hielt. Hier wiederholten sich Schwächen wie schon aus dem Monaco-Auftritt, worin sich schließlich der BFC auch selbst mit stoppte.
Es wurde nun angesichts schwindender Kraft ein immer offenerer Schlagabtausch, worin jedoch auch die BFC-Deckung erfreuliche Wirkungen gegen die prominenten Stars aus vielen Ländern zeigte. Während Monaco-Trainer Wenger sogar Nationalspieler wie Toure und Fofana zur Einwechslung hatte, mußte Trainer Jäschke den Wechsel lange scheuen, weil ihm Gleichrangiges fehlte. Deshalb hatte Rainer Ernst für sein Durchhalten trotz wechselhafter Leistung eine Stunde lang nicht jene höchst unsportlichen Pfiffe verdient. Küttners Auswechslung verzögerte sich zum Glück, so daß er Dolls Vorarbeit mit Winkel-Treffer aus 11 m zum 1:0 nutzen konnte.
Doch Monaco hatte Zeit, das zu verarbeiten. Fofana konterte mit einem Kopfball-Tor, aber aus Abseits. Das Freistoß-Kunststück des Argentiniers Diaz (nach Küttners überflüssigem Foul) aber war eine Perle aus dem Weltmeisterland. Auch Rohdes verzweifelte Toraktion in den Schlußsekunden änderte nichts mehr. Enttäuschung und Jubel waren beidseitig unbeschreiblich. Dem BFC aber ist zu attestieren, sich mit dieser Spielleistung Respekt und Achtung verdient zu haben.
Spielberichte aus der FUWO |
|
|